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Beziehungen zu Deutschland

13.06.2018 - Artikel

Stand: Juni 2018

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Portugal sind vertrauensvoll, von zahlreichen Besuchen und einer großen Übereinstimmung in europa-, außen- und sicherheitspolitischen Fragen geprägt. Deutschland hatte einen erheblichen Anteil am Aufbau demokratischer Strukturen nach der Nelkenrevolution in Portugal 1974 (Sturz des Salazar-/Caetano-Regimes) und förderte den Beitritt Portugals zu den Europäischen Gemeinschaften (heute Europäische Union) 1986.

Eine enge Abstimmung beider Länder vor und während ihrer aufeinanderfolgenden EU-Ratspräsidentschaften im Jahr 2007 hat die politischen Beziehungen weiter gefestigt. Der „Vertrag von Lissabon zur Änderung des Vertrages über die Europäische Union und des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften“ wurde am 13.12.2007 unter portugiesischer Ratspräsidentschaft in Lissabon unterzeichnet, nachdem er u.a. unter deutscher Ratspräsidentschaft vorbereitet worden war.

Auch bei schwierigen Dossiers wie der Bewältigung der Krise im Euro-Raum – Deutschland und Portugal gehören zu den ersten Mitgliedern der Eurozone 1999– arbeiten die Regierungen beider Staaten eng und vertrauensvoll zusammen. Seit 2013 findet jährlich ein Deutsch-Portugiesisches Forum alternierend in Berlin und Lissabon statt, das hochrangige Vertreter beider Länder aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenführt und einen wertvollen Beitrag zur gegenseitigen Verständigung leistet. Das vierte Deutsch-Portugiesische Forum fand im November 2016 in Berlin statt. Aufgrund der Bundestagswahlen gab es 2017 anstatt eines Forums ein hochrangiges Expertentreffen in Lissabon Anfang Dezember.

Bundespräsident Steinmeier stattete Portugal 2018 einen offiziellen Besuch ab. Thematischer Fokus waren die Bereiche Forschungskooperation und Wirtschaftsaustausch. Der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa war im Mai 2016 zum Antrittsbesuch in Berlin. Bundeskanzlerin Merkel besuchte im Mai 2018 Porto und Lissabon, Premierminister António Costa reiste im Februar 2016 nach Berlin.

Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist neben Spanien, Frankreich und Großbritannien ein wichtiger Handelspartner Portugals mit einem stetig wachsenden Anteil von 11,6% Prozent an den portugiesischen Ex- und 13,5% an den portugiesischen Importen (2016). Deutsche Unternehmen sind seit über 100 Jahren mit eigenen Produktionsstandorten in Portugal präsent. Im industriellen Sektor haben sie besonders viele hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen und gehören zu den größten privaten Investoren im Lande. Nach dem portugiesischen Staat sind deutsche Unternehmen der zweitgrößte Arbeitgeber in Portugal. Deutsche Unternehmen sind überwiegend im Exportsektor tätig sind, unter den zehn größten Exporteuren Portugals befinden sich drei deutsche Unternehmen. Stark ist das deutsche Engagement vor allem in der Automobilproduktion und Elektrotechnik. Portugal profiliert sich zunehmend als Standort für Start-ups und Unternehmen der Digitalwirtschaft, auch aus Deutschland. Seit 2016 richtet Lissabon den jährlichen Web Summit aus, die weltweit größte Technologiekonferenz, 2017 mit über 60.000 Besuchern. Der Tourismussektor verzeichnet seit 2016 zweistellige Zuwachsraten (2016: ca. 60 Mio. Übernachtungen).

Kultur- und bildungspolitische Beziehungen

Ausdruck des traditionell regen Austauschs sind die beiden renommierten deutschen Begegnungsschulen in Lissabon und Porto mit insgesamt rund 1.700 zumeist portugiesischen Schülern, zwei Goethe-Institute mit einem auf junge Portugiesen zugeschnittenen Programm und eine Vielzahl von Hochschulkooperationen.

Wachsendes deutsches Interesse am Forschungsstandort Portugal spiegelt sich in der Gründung einer Tochtergesellschaft der Fraunhofer-Gesellschaft in Porto (2007), inzwischen mit weiteren Standorten in Lissabon (2015), Évora und Vila Real (2018), im Bereich Schlüsseltechnologien wider (u.a. Anwendungen von Informationstechnik für breite Bevölkerungsschichten, Digitalisierung in der Landwirtschaft).

Herausforderung bleibt, die relativ geringe Anzahl von Deutschschülern zu steigern. Eine spürbare Zunahme der Nachfrage nach Deutschunterricht ist dagegen an den Universitäten und dem Goethe-Institut zu verzeichnen, unter anderem aufgrund eines gestiegenen Bedarfs an bestimmten Facharbeitskräften in Deutschland und des bestehenden Lohngefälles..

Klassische und zeitgenössische deutsche Musik genießen in Portugal hohes Ansehen. Zeitgenössische Literatur und Philosophie, Kunst, Design, Theater, Tanz und Kino finden ein interessiertes Publikum. Umgekehrt gibt es in Deutschland einen Markt für die portugiesische zeitgenössische Literatur und Interesse an portugiesischen Produktionen (z.B. Kino).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.


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