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35 Jahre Weimarer Dreieck
Vor 35 Jahren gründeten Deutschland, Polen und Frankreich das Weimarer Dreieck – ein einzigartiges Kooperationsformat, das zu einem wesentlichen Bestandteil der europapolitischen Architektur geworden ist. Drei Länder mit drei verschiedenen Geschichten und einer gemeinsamen Überzeugung: Europa ist stärker, wenn seine Staaten sich grenzüberschreitend austauschen und zu Antworten auf gemeinsame Herausforderungen abstimmen.
In der Weimarer Erklärung von 1991 zur Zukunft Europas schrieben die Minister Hans-Dietrich Genscher, Krzysztof Skubiszewsk und Roland Dumas:
„Wir haben jetzt die einmalige Chance, das neue Europa in gemeinsamer Verantwortung im Geist menschlicher Solidarität, im Bewusstsein der Schicksalsverbundenheit und auf der ererbten Grundlage gemeinsamer Werte zu entwickeln. Der natürliche Wunsch der Völker, Demokratie, Wohlstand und Sicherheit zu verwirklichen, kann auf Dauer nur durch vereinte Kräfte des ganzen Europa Erfüllung finden.“
Das Weimarer Dreieck hat ein Gesprächsformat geschaffen, das sich im Laufe der Zeit zu einer dauerhaften Partnerschaft zwischen Regierungen und Zivilgesellschaften entwickelte. Seit drei Jahrzehnten begleitet dieses Format die bedeutendsten Veränderungen in Europa und entwickelt die trilaterale Zusammenarbeit angesichts aktueller Herausforderungen weiter.
35 Jahre lang hat das Weimarer Dreieck seinen Nutzen unter Beweis gestellt, indem es Spaltung überwindet und den Dialog fördert. Es ist nach wie vor ein auf allen Ebenen wichtiges Forum für Kooperation und die Abstimmung gemeinsamer Standpunkte zu wichtigen Fragen der europäischen Politik und internationaler Angelegenheiten.
Heute reicht die Bedeutung des Weimarer Dreiecks weit über die unmittelbare Zusammenarbeit zwischen den drei Ländern hinaus. Angesichts des Krieges in der Ukraine und der Herausforderungen für die Sicherheit unseres Kontinents brauchen wir ein Europa, das gemeinsam, entschlossen und verantwortungsbewusst handeln kann. Das Weimarer Dreieck bleibt ein wichtiges Forum für Dialog zwischen Warschau, Berlin und Paris über unsere Vision für die Zukunft Europas.
Anlässlich des 35. Jubiläums findet am 3. September in Weimar ein Treffen der Außenminister der Länder des Weimarer Dreiecks statt, an dem der deutsche Außenminister Johann Wadephul, der französische Minister für Europa und Auswärtige Angelegenheiten, Jean-Noël Barrot, sowie der polnische Außenminister Radosław Sikorski teilnehmen werden. Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens werden bei dieser Gelegenheit aktuelle europa- und sicherheitspolitische Fragen erörtern.