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Ermessenseinbürgerung

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Grundsätzlich sieht das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht Einbürgerungen im Regelfall für diejenigen Ausländer vor, die im Bundesgebiet auch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. Ausländer können nach § 14 StAG unter bestimmten Voraussetzungen auch im Ausland eingebürgert werden. Die Entscheidung über die Einbürgerung liegt im Ermessen der zuständigen Staatsangehörigkeitsbehörde, dem Bundesverwaltungsamt in Köln. Ein Anspruch auf Einbürgerung aus dem Ausland besteht i.d.R. nicht. Ausnahme sind Anspruchseinbürgerungen gem. Art. 116 II des Grundgesetzes.

Nach den Erfahrungen des Auswärtigen Amts ist eine Ermessenseinbürgerung nur bei Vorliegen eines besonderen öffentlichen Interesses möglich, wobei private Interessen lediglich nachrangig berücksichtigt werden. I.d.R. genügt es zur Begründung eines öffentlichen Interesses an einer Einbürgerung beispielsweise nicht, dass der Ehegatte eines Antragstellers deutscher Staatsangehöriger ist.

Neben dem Nachweis des besonderen öffentlichen Interesses sind weitere Einbürgerungsvoraussetzungen zu erfüllen. Dazu gehören unter anderem gute Deutschkenntnisse, enge Bindungen an Deutschland, die Sicherung des Lebensunterhalts sowie Straffreiheit.

Um von vornherein aussichtslose, aber trotzdem gebührenpflichtige Einbürgerungsanträge zu vermeiden, empfiehlt sich eine Anfrage beim Bundesverwaltungsamt als der zuständigen Staatsangehörigkeitsbehörde und ggf. anschließende Antragstellung bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung.

In folgenden Fallkonstellationen bestehen erleichterte Möglichkeiten der Einbürgerung:

a) Wiedereinbürgerung ehemaliger Deutscher aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder der Schweiz

Personen, die durch den Erwerb der Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union oder der Schweiz die deutsche Staatsangehörigkeit verloren und ihren gewöhnlichen Aufenthalt in der Europäischen Union oder der Schweiz haben, können nach Maßgabe des § 13 Staatsangehörigkeitsgesetz wieder eingebürgert werden. Das gilt auch für minderjährige Kinder, die mit eingebürgert werden sollen.

Das Merkblatt des Bundesverwaltungsamts zu Voraussetzungen sowie das Antragsformular finden Sie hier:

Merkblatt: Einbürgerung ehemaliger Deutscher aus einem Mitgliedstaat der EU oder der Schweiz [pdf, 24.69k]

b) Erleichterte Einbürgerung von Kindern deutscher Eltern, die nicht durch Geburt Deutsche geworden sind

Mit Erlass vom 28. März 2012 hat das Bundesministerium des Innern für Personen, die vor dem 01.01.1975 als Kind einer deutschen Mutter und eines ausländischen Vaters ehelich geboren sind und bestimmte Voraussetzungen erfüllen, eine privilegierte Einbürgerungsmöglichkeit geschaffen.

Im April 2014 wurde der vorgenannte Erlass des BMI um den Kreis der Personen erweitert, die vor dem 01.07.1993 als nichteheliche Kinder eines deutschen Vaters und einer ausländischen Mutter geboren wurden.

Lesen Sie dazu bitte die folgenden Informationsblätter und nehmen Sie bei Interesse gern per E-Mail Kontakt mit der Botschaft auf, um einen Termin zu vereinbaren.

Einbürgerung von Personen, die vor 1975 von einer deutschen Mutter geboren wurden [pdf, 70.03k]

Einbürgerung von Personen mit deutschem Vater, die vor dem 1.7.1993 nichtehelich geboren wurden [pdf, 62.81k]

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